Schulische Sprachförderung

Das System

Steiermark Politik | aus FALTER 08/06 vom 22.02.2006

Wird ein Kind mit einer anderen Muttersprache als Deutsch in Österreich eingeschult, kann es ein Jahr als außerordentlicher Schüler geführt werden. Pro außerordentlichen Schüler besteht, laut steirischer Regelung, Anspruch auf 0,8 Wochenstunden zusätzlichen Unterricht. Die Schulleitung kann den Status als außerordentlicher Schüler um zwölf Monate verlängern, ein Jahr sollte aber reichen, heißt es aus dem Bildungsministerium. Die folgenden vier Jahre gilt das Kind als ordentlicher Schüler und hat nur noch Anspruch auf 0,1 Wochenstunden zusätzlichen Unterricht. Das sei viel zu wenig, bemängeln Lehrer und Direktoren. Bei gemeinnützigen Vereinen werden zusätzlich schulbegleitende und vorbereitende Sprachkurse angeboten. Erst seit diesem Schuljahr gibt es für Kinder, die bei der Schuleinschreibung noch nicht genügend Deutsch können, ein Sprachticket vom Bundesministerium in der Höhe von achtzig Euro, das die Sprachförderung im Kindergarten forcieren soll. Integrationsexperten fordern dringend mehr Ressourcen für Schulen mit einem hohen Anteil an Kindern nichtdeutscher Muttersprache.


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