INTEGRATIONSPOLITIK

"Eine Zumutung"

Steiermark Politik | Donja Noormofidi | aus FALTER 08/06 vom 22.02.2006

Robert Reithofer, Leiter des Migranten-und Integrationsvereins ISOP, über mangelnden politischen Willen zur Integration, unzumutbare Aussagen von Bürgermeister Nagl und die Zweiklassengesellschaft.

Falter: Wie steht es aus Ihrer Sicht in der Menschenrechtsstadt Graz um Integration?

Robert Reithofer: Meine Einschätzung ist, dass es keinen politischen Willen zur Integration als struktureller Herausforderung gibt. Aussagen von Bürgermeister Nagl, zum Beispiel, sind immer wieder eine Zumutung. Zuerst hat er sich um das Integrationsressort gerissen und dann spricht er über Graz als Bollwerk gegen die Türken. Oder er redet von der Menschenrechtsstadt und schimpft dann wieder über Homosexuelle. Da geht es auch um Atmosphärisches, um integrationsfeindliche Signale.

Wollen sich viele Migranten in Graz wirklich nicht integrieren?

In den Bezirken Gries und Lend haben sich Ghettos gebildet, aber aufgrund von verfehlter Wohnungs-, Sozial-und Arbeitsmarktpolitik. Die Wohnungen dort sind einfach billiger,


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