Mit der Waffe in der Hand

Kerstin Barnick-Braun | Steiermark Kultur | aus FALTER 08/06 vom 22.02.2006

KUNST "One or two or something" im Grazer Kunsthaus stellt Malerei und Bildhauerei von Maria Lassnig und Liz Larner einander gegenüber.

Eine ältere Frau, deren nackter Körper sich plastisch vom flächig weißen Hintergrund abhebt, sitzt mit gespreizten Beinen dem Betrachter frontal zugewandt. Sie hält zwei Schusswaffen in Händen - mit der einen zielt sie auf ihren Kopf, mit der anderen aus dem Bild. "Du oder ich" ist eines der neuesten, hier erstmals gezeigten Bilder von Maria Lassnig, in denen die inzwischen 86-Jährige großformatig und in grellen Farben das ihr Werk bereits seit den Fünfzigerjahren bestimmende Thema mit unverminderter Kraft fortführt: die Visualisierung der Evidenz ihres Körpers, ihrer psycho-physischen Befindlichkeiten, wie sie etwa (entsprechend der Bildtitel) durch "Zweifel", "Trauer" oder "Krankenhaus"-Aufenthalte ausgelöst werden. Ihre zum Teil grotesk deformierten und reduzierten Bildfiguren von irritierender Expressivität dürfen nicht an der äußeren,

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