WIRTSCHAFT

Das Geschäft mit der Angst

Politik | aus FALTER 08/06 vom 22.02.2006

WIRTSCHAFT

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat von der Vogelgrippe und der Angst vor einer möglichen Pandemie profitiert. Roche hat den Umsatz mit Tamiflu vergangenes Jahr weltweit versechsfacht. Noch im Jahr 2002 konnte das Unternehmen Tamiflu für 27 Millionen Behandlungen herstellen, für 2006 wurden die Kapazitäten auf 150 Millionen Behandlungen erhöht. Martin Hangarter, Geschäftsführer von Roche Österreich, relativiert aber: "Der Großteil dieser zusätzlichen Verkäufe sind Regierungsbevorratungen. Das sind dann eben nur einmalige Geschäfte." Der Konzern hat Verträge mit 65 Staaten. Er ist beinahe Monopolist: Mit dem Inhalatorspray Relenza gibt es zwar ein ähnlich wirkendes Medikament, es ist in Europa aber nicht mehr in Apotheken erhältlich. Der Hersteller GlaxxoSmithKline will wegen der plötzlich gestiegenen Nachfrage zumindest an Regierungen liefern.

Was der Pharmaindustrie nützt, bringt Lebensmittelproduzenten an den Rand der Krise. Europaweit am schlimmsten hat es

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