"Ich bin geschockt"

Politik | Matthias G. Bernold Und Herwig G. Höller | aus FALTER 08/06 vom 22.02.2006

David irving Dass er sich im Prozess streichelweich gab, nutzte nichts. Der Holocaust-Lügner fasste drei Jahre Haft aus.

Begonnen hatte das Ganze mehr wie eine Autogrammstunde. Zwanzig Minuten lang war im großen Schwurgerichtssaal des Wiener Straflandesgerichts Blitzlichtgewitter angesagt. Die Journalisten stießen und schubsten einander, um eine gute Position für Schnappschuss oder Interview zu ergattern. Irving in Handschellen klammerte sich derweil an eine Ausgabe seines Machwerks "Hitler's War", als könnte die ihm Glück bringen.

Konnte sie nicht. Das Geschworenengericht unter Vorsitz von Richter Peter Liebetreu verurteilte den Briten wegen Verstoßes gegen Paragraf 3g Verbotsgesetz zu drei Jahren unbedingter Haft. "Ich bin geschockt - ich bin sehr geschockt", zeigte sich Irving nach Urteilsverkündung erschüttert und kündigte Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde an.

Auf Anraten seines Verteidigers hatte sich Irving schuldig bekannt. Ja, er habe Ende der Achtziger-und Anfang der Neunzigerjahre


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