Unter Koffern

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 08/06 vom 22.02.2006

DISKRIMINIERUNG Rollstuhlfahrer reisen gerne mit der Bahn. Nur die weiß oft nicht, wohin mit ihnen. Also ab in den Gepäckwagen.

Einmal von Bad Schönau nach Wien, bitte schön, wir hätten noch was im Gepäckwagen. Da ist Heinrich Hoffer mit seinem Rollstuhl wieder mal blöd drangewesen. Vor ein paar Wochen wollte der Wiener einen kurzen Wellnesstrip in den Kurort unternehmen - Sonntag früh hin, montagabends retour. Aber leider, am Sonntag war der Zielbahnhof nicht besetzt, also kein Helfer zum Aussteigen. Und montags hätte Hoffer schon frühabends zurückfahren können - allerdings nur im Gepäckwaggon. Bei Minusgraden keine gute Idee. Der Rollstuhlfahrer fand dann doch einen Bekannten, der ihn nach Bad Schönau chauffierte. "Ich habe dem Mann bei der Zugauskunft gesagt, dass ich mich schon ziemlich diskriminiert fühle, wenn man mich beim Gepäck verstauen will", sagt er. Der freundliche Herr habe das bedauert - ändern konnte er es aber nicht. Für Hoffer war es ohnehin nicht die


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