FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 08/06 vom 22.02.2006

Ich sage nur, die Ösis und ihr "Olympia-Tagebuch", zum Fürchten. Kaum brettert eine Horde Salzburger Bauernbuben Richtung olympischer Ruhm, hat der heimische Chauvinismus Hochsaison. Die Assingers, Seegers und Goldbergers wischeln sich vor lauter Erregung fast in die Hose, alles recht amüsant, wenn auch etwas unwürdig. Wirklich schlimm wird es dann, wenn die österreichischen Langläufer und Biathleten nächtens Ziel einer überfallsartigen italienischen Dopingrazzia werden - eh klar, immer auf die Österreicher, wir sind ja gerne die ersten Opfer, wenn einem Aggressor gerade fad im Schädel ist, das ist schließlich historisch, äh, belegt. Die ORF-Sportauskenner überschlagen sich in ihrer Empörung über die internationalen Dopingkontrolleure, alles nur der Neid auf unsere Sportskanonen. Kaum eine Rede davon, dass einer der Athleten gedopt sein könnte, so was macht ein Österreicher ja nicht. Da bleibt nur mehr Flucht zur ARD-Berichterstattung: Bei "Olympia mit Waldi & Harry" zeigen der bayrische Sportkönig Waldemar Hartmann und der Bürohengst Harald Schmidt den Ösis, was Selbstironie heißt.


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