Kommentar

Innsbruck oder Islamabad?

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 08/06 vom 22.02.2006

Verfolgt man die tagtägliche Eskalation der zusehends erbitterter geführten Auseinandersetzungen zwischen den "Fundamentalisten" und der "freien Welt", endet man - bei aller Empörung über das schier unerschöpfliche Hasspotenzial und dem kaum weniger unerschöpflichen, allenfalls etwas weniger gefährlichen Reservoir an Selbstgefälligkeit und Ignoranz - dann immer wieder in lähmender Ratlosigkeit. Selbst wenn man kein Vertreter der Clash-of-Civilizations-Theorie ist und bejahend mit dem Kopf nickt, wenn man liest, dass die Kampflinie "keineswegs zwischen Christen und Moslems, Arabern und Weißen, Türken und Juden, sondern zwischen Mördern und Demokraten" verlaufe (Nils Minkmar in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung), beschleichen einen Zweifel. Alles schön und gut, aber es gibt doch eine statistisch auffällige Ungleichverteilung von Mord im Namen Gottes. Sollte mich jemand vor die Wahl stellen, mit einem "Jesus nervt!"-T-Shirt durch Innsbruck oder einem "Mohammed sucks!"-T-Shirt


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