Von Menschen und Okapis

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 08/06 vom 22.02.2006

KUNST Die österreichische Künstlerin Ingeborg Strobl ist eine unsentimentale Tierfreundin und wendet sich in einer kargen "Retrospektive" gegen die grassierende Retrospektivenseligkeit.

Eine "Retrospektive" in einer Minigalerie - das mutet schon skurril an. Normalerweise zeigt das beim Apollo-Kino gelegene Kunstbuero sehr junge Künstler. Und nun diese Jahresangabe: Arbeiten von "1957 bis 2006". Wie alt ist Ingeborg Strobl? Siebzig?

Beim Betreten der Ausstellung fällt als Erstes die spärliche Bestückung auf: Im Raum stehen zwei Vitrinen, wie sie im Museum normalerweise für Dokumente verwendet werden, an den Wänden hängen Kleinformate. Wirklich schlau wird man aus dieser Ansammlung von Fotos, kleinen abstrakten Arbeiten, Editionen, Miniaturplastiken und einem Video nicht, aber sie stecken voller Ironie und machen neugierig. Was will Ingeborg Strobl, deren Name in der heimischen Kunstszene schon ewig geläufig ist, ohne dass sich Vorstellungen eines bestimmten Stils an ihn knüpfen

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