Streicher & Swinger

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 08/06 vom 22.02.2006

FILM Mit kongenialer Verschrobenheit verfilmt Oskar Roehler Michel Houellebecqs Männerpassionsspiel "Elementarteilchen".

Es gibt ein Schlüsselzitat in Michel Houellebecqs Roman "Elementarteilchen", das von der Hilflosigkeit des Humors handelt: "Man kann die Ereignisse im Leben jahrelang mit Humor hinnehmen, manchmal auch jahrzehntelang, und in gewissen Fällen kann man praktisch bis zum Schluss eine humorvolle Haltung einnehmen, aber letztlich bricht einem das Leben das Herz."

Dass der deutsche Regisseur Oskar Roehler diesen Roman jetzt verfilmt hat, scheint irgendwie logisch. Roehler ist ein Meister der Verzweiflungskomödien, der großen Spektakel, die jeweils einen tragischen Kern enthalten: die männliche Angst vor Selbstverlust (in "Suck My Dick", 2001, drastisch als Albtraum vom verlorenen Geschlechtsteil inszeniert), Paarneurosen (wie in Roehlers großartigem Debüt "Silvester Countdown", 1997) oder die Unvereinbarkeit von Liebe und Sex (die 2003 in "Der Alte Affe Angst" zum Beziehungszölibat


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