STREIFENWEISE

Kultur | Drehli Robnik, Michael Pekler | aus FALTER 08/06 vom 22.02.2006

Ein Mann, ein Wort: "ZÇizÇek!" Der Titel von Astra Taylors Regiedebüt schreibt sich mit Rufzeichen (und zwei Hatscheks). Der Gegenstand (das sublime Objekt) dieser kanadischen Meisterdenkerdoku, Slavoj ZÇizÇek, spricht mit lautem Lispeln, wenig Geduld und viel Spucke aus Bart, bärigem Leib und ideologiekritischer Manie heraus. Dem slowenischen Psychoanalytiker und Konsumkulturtheoretiker, der in den Neunzigerjahren alle drei Monate in Wien predigte, folgen wir durch Vortragssäle von Buenos Aires bis Boston, durch öffentliche Vergangenheit und private Gegenwarten in Ljubljana: ZÇizÇek als Präsidentschaftskandidat 1990 oder im Bett, ZÇizÇek mit spielendem Söhnchen und ernst gemeintem Stalinbild an der Zimmertür, ZÇizÇek, wie er Autogramme oder den Liberalenschreck gibt. Hilflos beim Versuch, das Denken (Begriffe, Beispiele, Verknüpfungen) des messianischen Macho-Marxisten mit Bildern zu konfrontieren, funktioniert der Film als Theoriestar-Fanvehikel: Sprunghaft hüpft er


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