Mozart im Ferrari

Kultur | Armin Thurnher | aus FALTER 08/06 vom 22.02.2006

MUSIK Zehn Mozart-Sonaten, gespielt von Friedrich Gulda, erscheinen 25 Jahre nach der Aufnahme auf CD. Eine wunderbare Entdeckung.

Muss man diese "Mozart Tapes" haben? Im Februar 1981 unternahm der als schwierig verschrieene und wegen seiner Protestaktionen gegen den konventionellen Konzertbetrieb berüchtigte Pianist Friedrich Gulda eine Tournee, bei der er sämtliche Mozart-Sonaten und-Fantasien spielte. Er trat dabei in München, Paris und Mailand auf. Das war's. Wien und Salzburg mied er. Die Kritik jubelte, das Publikum war hingerissen. Auch deswegen, weil Gulda nicht am Clavinova saß, sondern am Flügel. Das war nicht selbstverständlich. Auf seiner letzten Aufnahme mit Mozart-Sonaten ("Mozart Lives!" beim Label Amadeo) begleitete Gulda in einigen Passagen sich selbst mit Clavinova-Streicherklang; fast möchte man sagen, er beschmierte sich selbst mit akustischem Streichkäse.

Gulda und Mozart, das grenzte an Inkarnation. Nicht nur dass der Pianist an Mozarts Geburtstag starb, am 27.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige