TIER DER WOCHE

Vögeleien

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 08/06 vom 22.02.2006

Ich bin ein großer Teleologe und daher fest überzeugt, dass die ganze Familie der hühnerartigen Vögel ausschließlich erschaffen ist um unserer Speisekammern willen und unserer Diners", schrieb Jean Anthèlme Brillat-Savarin in seiner "Physiologie des Geschmacks". Meinereins hingegen vertritt vielmehr die Theorie, dass Tiere generell dazu da sind, uns mit diversen Ängsten auszustatten. Zum Beispiel der Alektorophobie, der Angst vor Hühnern. Das ist zurzeit eine sehr angesagte Angst, und niemand sollte davor, äh, zurückschrecken, sie auszuleben. Ganz so wie es Gabriel García Márquez in seinem Werk "Von der Liebe und anderen Dämonen" vorsieht: "Ygnacio hatte eine fürchterliche Angst vor allen Tieren, außer den Hühnern. Auf dem Land beobachtete er dann aber ein lebendiges Huhn aus der Nähe, stellte es sich auf das Maß einer Kuh vergrößert vor und merkte, dass es ein Ungetüm war, weit furchterregender als irgendein anderes zu Lande oder zu Wasser. Kalter Schweiß kam ihm


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