VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 09/06 vom 01.03.2006

Da war schon was los, kunstmäßig, in so einem Falter von vor 20 Jahren. Zum Beispiel gab es Nachrufe auf den soeben verstorbenen Joseph Beuys, und zwar von Walter Seitter und Oswald Oberhuber; auch Sol LeWitt war in Wien und blieb vom Falter nicht unbemerkt. Kann sein, dass wir darauf noch zurückkommen. Zuvor widmen wir uns einer Polemik, die der heute als Albertina-Direktor bekannte Klaus Albrecht Schröder, damals Falter-Kunstkritiker, aus Anlass einer Retrospektive des Künstlers im Museum des 20. Jahrhunderts gegen Günter Brus losließ. Schröder stellte die Frage, ob man einen Künstler wie Brus, "dessen Heimsuchung durch den Staatsapparat historisch verzeichnet ist, überhaupt noch kritisieren" dürfe oder ob man ihm gegenüber "nur noch die Rolle seiner heutigen Apologeten" einnehmen könne.

Eine rhetorische Frage, denn Schröder attackierte Brus mit Verve. "Die Selbstverletzung stellte lediglich die konsequente Übertragung der Bilddestruktionen von Lucio Fontanas aufgeschlitzten


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