Troubles im Hinterhof


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 09/06 vom 01.03.2006

AUSLAND Die Ergebnisse freier Wahlen in der Karibik und Südamerika laufen den US-amerikanischen Hegemoniebestrebungen zusehends zuwider.

Als Chaos, Armut und Bandenkriege in Haiti vor zwei Jahren eine Flüchtlingsbewegung in Richtung Florida auszulösen drohten, da schickte Washington die Marines, um den umkämpften Präsidenten und Helden der Armen, Jean-Bertrand Aristide, ins afrikanische Exil zu befördern. Es folgte eine proamerikanische Übergangsregierung, die das Land, gestützt auf UNO-Blauhelme und finanziert von internationalen Geldgebern, noch weiter in Hoffnungslosigkeit und Elend abgleiten ließ.

Anfang Februar kam es bei den mehrmals verschobenen Präsidentschaftswahlen zur Sensation: Keiner der Kandidaten aus dem Kreis der Eliten kam auf mehr als zwölf Prozent. Triumphaler Wahlsieger war ein ehemaliger Vertrauter Aristides, der reformerische Expräsident René Préval. Als massiver Wahlbetrug das Ergebnis zu untergraben drohte, ging das linke Wahlvolk auf die Straße. Vor

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