"Die Essenz im Delirium"

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 09/06 vom 01.03.2006

FILM In "Klimt" lässt der chilenische Regisseur Raoul Ruiz den Maler der "Adele" auf sein Leben zurückblicken. Ein Gespräch über die Glaubwürdigkeit von Sterbenden, das Echo von Bildern und die Exzesse mit dem DVD-Format.

Auch wenn ihn die Produktion als solches verkaufen will: Raoul Ruiz' "Klimt" ist nicht als Biopic konzipiert. Statt auf die klassische Künstlervita - Aufstieg, Erfolg, Fall - blickt Ruiz auf die reifen Jahre des Malers zwischen 1900 und 1918. Genauer: Er lässt blicken, nämlich Klimt selbst, aus dessen Erinnerungen sich die mäandernde Handlung zusammensetzt. Fiktives mischt sich mit historisch Belegtem. Selbst Klimts Filmtod, in geistiger Umnachtung in Steinhof, ist alles andere als exakt: Tatsächlich starb der Künstler 56-jährig nach einem Schlaganfall im Alten AKH.

An Jahren hat der 1941 in Chile geborene Ruiz Klimt längst überlebt. Produktiv ist er wie eh und je. Seit seiner Flucht nach Frankreich, 1973, hat er über fünfzig Filme gedreht, darunter 1999


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