STREIFENWEISE

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 09/06 vom 01.03.2006

Wie ein Abenteuerfilm fängt alles an, mit dem Aufbruch ins Ungewisse. Aber nicht die Ferne, sondern die Nähe ist das eigentliche Ziel der Reise, zu der Réda von seinem Vater gezwungen wird: Auf der Hadsch, der Pilgerreise nach Mekka, soll er ihn in seinem alten, blauen Peugeot mit oranger Ersatztür begleiten. Mit einigem Geschick macht sich "Le grand voyage" ("Die große Reise") des in Südfrankreich lebenden marokkanischen Regisseurs Ismaël Ferroukhi die Form des Roadmovies zu Eigen, um die zwei entgegengesetzten Bewegungen des Films, mithin seine beiden Protagonisten, einander anzunähern: Je länger Vater und Sohn gemeinsam unterwegs sind, desto mehr sehen sie sich gezwungen, ihre jeweils vorgefassten Überzeugungen zu hinterfragen. Sich der eigenen kulturellen Wurzeln zu versichern, so die Botschaft des Films, ist eine Notwendigkeit, auch, um sich gegebenenfalls von ihnen distanzieren zu können. Ferroukhi, bislang vor allem als Co-Autor von Cédric Kahn bekannt, verfasste das


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