OHREN AUF! Jazzarchäologie


Andrea Maria Dusl
Kultur | aus FALTER 09/06 vom 01.03.2006

Das Universum jener musikalischen Ausdrucksformen, die mit dem Etikett Jazz eingerext werden, lässt sich auf vielerlei Art bereisen. Für die Klientel des "Lieblingsartisten" erscheinen kiloweise Ausgrabungsergebnisse aus diversen "Vaults" und anderen Jazzlagerstätten. Die führenden Disziplinen dieser Schule, die Miles-Davis-ologie und die John-Coltrane-ologie, widmen sich mit Doppel-und Dreifachalben, Out-Takes-Boxen, Legendary-Concert-Schubern und allerlei Jubiläumskisten demRuvre der großen Giganten. Eine andere Jazzforschungsmethode fokussiert weniger den einzelnen Künstler, sondern widmet sich dem Genre, dem Stil, der Epoche und kompiliert Editionen mit Material verschiedener, aber miteinander musikalisch hochgradig verwandter Aufnahmen.

Einen völlig anderen, aber gewinnenden Ansatz zum archäologischen Verständnis des Jazz wählt die Edition "Verve Impressions" der österreichischen Tochter des Musikmajors Universal, die Zugang zu den Lagerstätten des Verve-Labels hat. Grabungsleiter

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