Aufgeblättert

Kultur | Katrin Schuster | aus FALTER 09/06 vom 01.03.2006

So schlicht wie verfänglich: "Über Liebende" steht als Untertitel auf dem neuen Buch von Katharina Faber. Die 28 Prosastücke des Bandes "Mit einem Messer zähle ich die Zeit" - manche davon sind nur einer Seite lang, eine umfasst dafür über dreißig Seiten - erzählen von den Versehrtheiten der Liebe; von Betrug wie Behinderung, von der ewigen Sehnsucht und ihrer langwierigen, mittelfristigen oder allzu kurzweiligen Erfüllung. "Ich" sagt die Gier in einem der Texte. Diese Geschichtenbruchstücke kennen oft kein Zuvor und kein Danach, an Verben spart Katharina Faber gerne (es ist, wie es ist, sagt die Liebe). Ihre Sätze hinken, hüpfen, rasen fort oder flanieren: Ihre Sprache passt sich ihrem Gegenstand an und ist so vielperspektivisch und vertrackt wie die Liebe selbst. Und wie bei der Liebe scheint auch hier jeder Satz oder Halbsatz stets noch andere Wege zu weisen und wieder alles komplizierter zu machen. Und gleichzeitig alles so ganz richtig zu treffen. "Die Krankheit unserer


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