Kain und Ubl


Florian Holzer
Stadtleben | aus FALTER 09/06 vom 01.03.2006

NEUES LOKAL Ein nicht weiter erwähnenswertes Gasthaus am schönsten Fleck der Josefstadt bekam durch einen Familienzwist Bedeutung.

Jeder kennt den Ubl. Diese fantastische Schankstube, dieser unglaublich zeitmaschinige Kühlschrank, dieser Speisesaal, diese Innereienspezialitäten bar jeder Verfeinerung, dieser bizarre Miniaturgastgarten - und die Tatsache, dass dieses unbeschreiblich schöne Gasthaus im Wochenrhythmus alternierend von zwei Schwestern, die sonst aber eher nicht viel miteinander sprechen, geführt wird.

Wurde, um genau zu sein, denn Christine Cumpelik, geborene Ubl, hat's nicht mehr ausgehalten. Da sie das Wiener Gasthaus aber als Berufung sieht, suchte sie nach adäquatem Ersatz, war wegen des auch nicht gerade unsuperen Wegenstein in der Lerchenfelder Straße in Verhandlung, das wurde aber nichts, und fand schließlich den früheren Bergl-Wirt in der Schmidgasse: 300 Jahre altes Gewölbe, brauchbare Lamperie, wunderbare Lage. Zwei Aquarien mussten entfernt werden, Fliesen

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