TIER DER WOCHE

Die Watte quillt


Peter Iwaniewicz
Stadtleben | aus FALTER 09/06 vom 01.03.2006

Mir schwant etwas, Journalisten entets", aphorismierte 1994 der Sprachmusiker Uwe Dick in seiner "Sauwaldprosa". Doch jetzt wurde er mit seinem Bonmot von der Vogelgrippe eingeholt, und mittlerweile schwant es nur so in den Medien, dass die Federn fliegen. Auch der Falter himself betitelte sein letztwöchiges Cover mit dieser Redensart, die zwecks Volksbildung und Ehrenrettung dieser Vögel hier herkunftsdienstlich behandelt werden muss: Wenn es einem schwant, dann ahnt man etwas, und diese phonetische Ähnlichkeit lässt eine Wortspielerei vermuten. Diese ist es auch, bloß für die höheren Stände, die Latein lernen dürfen mussten. Der Spruch "olet mihi" bedeutet auf Deutsch "ich rieche bzw. vermute etwas". Da der Schwan auf Latein "olor" heißt, wurde daraus eben jene Pseudoübersetzung für humanistisch gebildete Witzbolde: Mir schwant etwas. Noch ein kleiner Schnöseltest für die gepflegte Konversation, falls Sie einmal mit Lateinzitateschleuderer und Nationalratspräsident Andreas

  393 Wörter       2 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige