VORWORT

Wer kontrolliert?

Steiermark Vorwort | Thomas Wolkinger | aus FALTER 09/06 vom 01.03.2006

Gar nicht auszudenken, wie eine Welt ohne Rechnungshöfe aussehen würde. Die Steiermark zumindest - so viel ist gewiss - wäre ein unendlich öder Ort. Nichts geriete mehr in Aufregung, nichts in Bewegung. Und nichts würde mehr öffentlich bekannt außer dem ohnehin Bekannten. Keine Überraschung, keine Sensation, keine Frechheit. In so einer Welt beherrschte die Verleihung von Orden und Hofratstiteln die Schlagzeilen der lokalen Presse, das Abfeiern von Jubiläen, goldenen Hochzeiten und Beförderungen. Die Eröffnungen neuer Kreisverkehrsabschnitte, VIP-Buffets und Mehrzweckhallen markierten die Höhepunkte des öffentlichen Lebens. Genau besehen würde die Welt wohl ein wenig so aussehen wie in den Heile-heile-Gänschen-Aussendungen der Grazer Rathauskorrespondenz.

Einzig den Rechnungshöfen ist es jedenfalls zu verdanken, dass diese Routine regelmäßig durchbrochen wird. Denn immer dann, wenn die Kontrollore der öffentlichen Gebarung im Bund, im Land oder in der Stadt neue Zwischen-,


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