Posse gegen die Bosse

Hermann Götz | Steiermark Kultur | aus FALTER 09/06 vom 01.03.2006

THEATER Das Werkraumtheater erinnert sich mit seinem "Schlamassl" an die Kunst der Komödie.

Am Ende sitzt der Theaterdirektor zwischen seinen Untergebenen, lässt sich vom Hausdichter einige billige Kalauer vorlesen und fixiert lächelnd das Publikum: "Ja, das wollen die Leute", spricht er lakonisch. Es dauert eine Weile, bis das Publikum begriffen hat, dass diese recht eindeutige Vorhaltung der Schlusssatz war. Und der könnte auch Motto des neuen Werkraumstückes sein. Nach mehreren rechercheintensiven, anspruchsvollen Stücken (u.a. zu Otto Gross und Franz Schubert), bringt das Duo Kanzin/Blauensteiner wieder eher niederschwelliges Programm: einer Posse. "Das Schlamassl" erzählt vom Theater und meint, wenn es die Zustände dort karikiert, doch die Welt. Autor Franz Blauensteiner hat dafür Typen und Handlungsmuster der Commedia dell'Arte in die Gegenwart übersetzt, Bühne und Maske erinnern an zeitlose Komödiantenkunst. Die Handlung ist überzeichnet wie bei Molière, dafür gespickt

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