VOM GRILL

Fromme Wünsche

Steiermark Stadtleben | Mathias Grilj | aus FALTER 09/06 vom 01.03.2006

Ich möchte ... ... in Ruhe gelassen werden. Daheim, im Café, auf der Gasse.

... dass die Macher der ORF-Sendung "Contra" den Kabarettisten das Mikrofon zwar brav hin-, die eigene Klappe aber nichts als halten.

... dass Übersetzer, die zwar Englisch, aber nicht Deutsch können, die Finger vom Übersetzen ins Deutsche lassen. Sollen sie Essiggurken einlegen. Da steht in Mc Ewans "Ein Kind zur Zeit" wörtlich: "Es regnete fünfzig Tage am Stück." Solchen Übersetzern und Lektoren sei eine Steigerung der Peinlichkeit angeboten: "Es regnete fünfzig Tage oder so am Stück." Ihnen ist gar nichts aufgefallen? Genau das habe ich befürchtet.

... dass der Baedeker seine guten Bände auch guten Buchbindern überlässt. Sie sind so zusammengekleistert, dass sie bei Stadtbesichtigungen Blätter verlieren, ehe wir im Zentrum sind. Dabei gehe ich mit Büchern am viertzärtlichsten um.

... dass Hans Reimanns "Vergnügliches Handbuch der deutschen Sprache" endlich wieder aufgelegt wird. Warum? Gerade Sie fragen das?

... dass alle, sobald im Staatsfunk so etwas wie Haiderschüsselgehrer vorkommt, einfach wegschalten und ihrer Seele etwas Gutes tun. Im CD-Player ruhen sowieso die "Cantigas sefardies". Da singen Marie-Therese Escribano und Aron Saltiel; Wolfram Märzendorfer spielt Gitarre. So schön, dass man bei Nachbarn anläuten und flüstern möchte: "Kommt alle zuhören!"


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