Tobin or not Tobin

Vorwort | Christian Felber | aus FALTER 10/06 vom 08.03.2006

kommentar Die Tobinsteuer für die EU-Finanzierung zu verwenden wäre der Missbrauch eines globalen Instruments.

Auf den ersten Blick haben Globalisierungskritiker derzeit gut lachen. Das BZÖ meldet geistigen Eigentumsanspruch auf die Tobinsteuer an. Aber nicht, um sie ihrem Erfinder, James Tobin, seines Zeichens Ökonomie-Nobelpreisträger, abspenstig zu machen, sondern dem Regierungspartner ÖVP. Die Oppositionsparteien haben diesen Baustein einer neuen globalen Finanzarchitektur schon lange im Programm, somit nähert sich die Galionsforderung der Globalisierungskritikerinnen dem realpolitischen Konsens. Vor fünf Jahren wurde die Idee der "Devisentransaktionssteuer" noch als völlig utopisch gebrandmarkt, diese sei ökonomisch schädlich, technisch nicht machbar und, als ob es das noch gebraucht hätte, politisch chancenlos.

Heute sprechen sich Regierungschefs und Bankdirektoren für die Tobinsteuer aus, in der EU zeichnet sich ein Dammbruch ab. Die einsame Presseaussendung von Nationalbank-Präsident


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