Hallo Krise!

Robert Misik | Politik | aus FALTER 10/06 vom 08.03.2006

ESSAY Arbeitslosigkeit, Ressourcenmangel, Konflikte - an epochalen Bedrohungssymptomen mangelt es nicht. Aber leben wir deshalb in einer Krisenzeit? Womöglich besteht die Krise im Verzagen, mit dem wir ihr begegnen.

Gesellschaftsanalyse ist heutzutage von einem depressiven Sound durchzogen. Über nichts gibt es mehr Konsens als über die Feststellung: Alles wird schlechter. Dass die Utopien am Ende sind, ist Common Currency, und dass die Arbeitsgesellschaft in der Krise ist, ist ebenso Konsens. Wenn es irgendwo tickt, dann ist das bestimmt die ökologische oder die demografische Zeitbombe. Bald 400.000 Arbeitslose gibt es in Österreich, mehr als fünf Millionen in Deutschland und in allen fortschrittlichen westlichen Gesellschaften ganze Generationenkohorten dauerhaft exkludierter, "überflüssiger Menschen". Nicht zu vergessen: Afrika. Klimawandel. China. Der Clash of Civilizations. Das Öl geht aus. Vogelseuche. Kurzum: Es ist fürchterlich.

Aber summieren sich all diese Krisen zu einem

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