Denk mal

Politik | Stefan Apfl | aus FALTER 10/06 vom 08.03.2006

GESCHICHTE Ein Zeichenlehrer setzt jahrzehntelangem Schweigen über ein zweifelhaftes Kriegerdenkmal ein Ende, und schon beginnen die Probleme.

Die Zutaten zutiefst österreichischer Geschichten sind häufig dieselben: Weltkriege, Austrofaschismus, Katholizismus und Schweigen. Auch nicht fehlen darf der ungenehme Querkopf sowie sein Vorgesetzter, der vor allem Ruhe haben will.

Schauplatz ist diesmal das Gymnasium am Henriettenplatz in Fünfhaus. Eine traditionsreiche, 150 Jahre alte Schule, mit abgenutzten Böden und hohen, weiten Gängen. Vor der Schule frotzeln einander die jüngeren Semester, die Älteren diskutieren über Make-up und das vergangene Wochenende. Ihnen scheint egal zu sein, das "interessiert doch überhaupt keinen", sagt ein Bursche, was den Lehrerstab seit zwei Wochen beschäftigt: das Kriegerdenkmal in der Eingangshalle.

Samt Flügeln und Schwert würdigt die Figur des Erz-und Racheengels Michael im Ersten Weltkrieg gefallene Schüler und Professoren. Errichtet wurde das


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