PRESSESCHAU

Medien | Nina Weissensteiner | aus FALTER 10/06 vom 08.03.2006

Anlässlich des Frauentages setzte das Branchenblatt Der Journalist ein Zeichen - und mutierte kurzerhand zur Journalistin. Auf 76 Seiten werden mediale Aufsteigerinnen gepusht, weibliche Recherchemethoden gelobt und die Mütter in den Redaktionsstuben bedauert. Auf Seite 42 bekommt Wolfgang Fellner Platz für seine Ausführungen, wie er und seine Frau Uschi ihre neue Tageszeitung für Frauen attraktiver machen wollen: Schon bei News, erklärt da der Herausgeber, wurden "viele bis dahin nur für Männer konzipierte Heftteile eines Nachrichtenmagazins - wie Politik, Wirtschaft, Meinung - (...) geöffnet und durch für Frauen attraktive Ressorts wie Lifestyle, Gesundheit und Kultur ergänzt". Und im Editorial assistiert Chefredakteur Georg Taitl eifrig: "Das neue Blatt bringt durch die Kombination von Hochglanz-und Zeitungspapier auch ein neues haptisches, stark frauenaffines Erlebnis." Meine Herren, was sagt uns das? Wenn eine Frau zur Zeitung greift, will sie in erster Linie bunte Bilder und schicke Fetzn, und wenn sie tatsächlich lesen tut, kriegt sie noch ein paar Wellness-und Belletristiktipps.


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