Wer braucht das Kino?

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 10/06 vom 08.03.2006

FILM Das Filmmuseum widmet dem deutschen Filmemacher, Theoretiker und Medienkünstler Harun Farocki eine Retrospektive, in der Generali Foundation läuft eine von ihm kuratierte Ausstellung. Ein Werk-Porträt.

Harun Farocki, in jungen Jahren abwechselnd als Situationist und maoistischer Dadaist apostrophiert, hat in den letzten vier Jahrzehnten an die hundert Filme gemacht. Polemiken, Bildrecherchen, Mikrodramen, drei Spielfilme noch dazu: Ein vielfältiges Ruvre, das seinesgleichen sucht. Dabei ist sich der Filmemacher wie kaum ein anderer treu geblieben. Die widerständische Ästhetik, der seine Arbeiten verpflichtet sind, ist explizit politischer Natur. Schon einer seiner allerersten Filme, "Jeder ein Berliner Kindl" (1966), nimmt vorweg, was Farocki bis heute leidenschaftlich interessiert: Fußball (der Film ist im Rundgang eines Stadions gedreht), Bier (das titelgebende Berliner Kindl), Werbung (die Galerie von Plakaten, auf denen Ur-Berliner Typen "ihr" Bierchen genießen, wird mehrmals


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