FAROCKI-AUSSTELLUNG

Schnittmuster von gestern

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 10/06 vom 08.03.2006

In den videoverliebten Neunzigerjahren, als ohne schwarze Kisten mit flimmerndem Inhalt gar nichts mehr ging, wurde auch Harun Farocki vom Kunstbetrieb entdeckt. 1997 zeigte die Kuratorin Catherine David seinen Film "Stillleben" auf der documenta X. Seither spielt der Filmemacher auf zwei Feldern: Seine Arbeiten sind auf internationaler Filmfestivals ebenso vertreten wie als Installationen in Kunsthallen und Galerien. In der Generali Foundation war Farocki bereits 2000 mit der vielgelobten Installation "Ich glaubte, Gefangene zu sehen" vertreten, die Bilder aus Überwachungskameras von US-Strafanstalten verarbeitete. Für die Schau "Kino wie noch nie" wurde Farocki nun erstmals als Ausstellungskurator aktiv.

Die mit seiner Lebensgefährtin, der Filmwissenschaftlerin Antje Ehmann, konzipierte Ausstellung will die "nichtsprachliche Intelligenz des Schneideraums" thematisieren. Eine Frage wäre etwa, was Filme allein durch ihre Montage vermitteln. Gleich am Anfang fünf Monitore mit wiederkehrenden


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