Der Bürgerkrieg in uns

Kultur | Michael Pekler | aus FALTER 10/06 vom 08.03.2006

FILM "Brokeback Mountain" von Ang Lee ist kein "schwuler Western", sondern ein Melodram über Angst, Sehnsucht und nicht funktionierende Familien.

Zwanzig Jahre später bleibt nur die Erinnerung. Durch das kleine Fenster des Wohnwagens, in dem der Mann zurückgezogen lebt, erscheint alles in die Ferne gerückt, sogar das weite amerikanische Land wirkt merkwürdig klein. Für die mittlerweile erwachsene Tochter, die vorbeigekommen ist, um ihn zu ihrer Hochzeit einzuladen, hat der hilflos wirkende Vater in seinem improvisierten Zuhause gerade mal zwei Gläser zum Feiern. Er wisse noch nicht, ob er kommen könne, meint er, denn die Arbeit mit den Schafen lasse ihm wenig Zeit. Wenn er wieder allein ist, wird er einen Schrank öffnen und ein sorgfältig aufbewahrtes Hemd herausnehmen, das dem einzigen Menschen gehörte, den er je geliebt hat.

Diese Szene, mit der Ang Lees "Brokeback Mountain" endet, ist in mehrerlei Hinsicht von Bedeutung, weil sie noch einmal die wesentlichen Fragen, die der


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