Ganz toll oder furchtbar?

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 10/06 vom 08.03.2006

MUSIK Kein Pianist polarisiert derzeit die Klassikwelt so sehr wie Martin Stadtfeld. Kommende Woche wird der 25-jährige Deutsche erstmals live in Wien zeigen, was er wirklich kann.

Wenn ein junger Konzertpianist aus Deutschland zu einem sogenannten Promotag eigens nach Wien eingeflogen wird, um innerhalb von zehn Stunden rund einem Dutzend Journalisten Rede und Antwort zu stehen, dann geht's ganz offensichtlich um viel. Martin Stadtfeld ist an einem entscheidenden Punkt seiner Karriere angelangt: Der 25-jährige Koblenzer hat es in Deutschland innerhalb kürzester Zeit zu großer Bekanntheit weit über die Welt der Klassik hinaus gebracht - aber er polarisiert dabei Hörerschaft und Kritiker so stark wie schon lange kein Pianist mehr. Nun muss er die Skeptiker überzeugen.

Vor drei Jahren hatte sich Stadtfeld mit seinem CD-Debüt als ungestümer Jungpianist inszeniert und J.S. Bachs "Goldberg-Variationen" ordentlich gegen den Strich gebürstet: mit teils halsbrecherischen Tempi, vor allem


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