TIER DER WOCHE

Augenhöhe

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 10/06 vom 08.03.2006

"Wir, ich meine Deutschland, die alte Rabenmutter"

Heinrich Heine

Gern räsoniere ich über die Skurrilität der verschiedenen Tageswidmungen wie zum Beispiel den Welteitag. Der ist noch weit weg, aber der Internationale Weltfrauentag, der diese Woche stattfindet, bedarf viel mehr der Ernsthaftigkeit. Das Kurzgedicht "Was ist denn an der Kuh das Schöne? Doch nicht das Fleisch, die Östrogene!" weist uns den falschen Weg, denn es geht im Unterschied zum Muttertag nicht primär um die ausgeübte Reproduktionsfähigkeit des weiblichen Geschlechts, sondern um die Frage, ob beide Geschlechter in unserer Gesellschaft gleiche Chancen und Rahmenbedingungen haben. Oder, wie man es in Führungsetagen zu formulieren pflegt: Unterhalten wir uns auf Augenhöhe? Obwohl dieser Tag eine bald hundertjährige Geschichte hat, kann man diese Frage auch als Blinder nicht mit Ja beantworten. Anders als beim Welteitag, der von der Agrarmarkt Austria für Marketingzwecke instrumentalisiert wird, gibt es beim Frauentag


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige