Im besten Einvernehmen

Steiermark Politik | Petra Sieder | aus FALTER 10/06 vom 08.03.2006

LEIHARBEIT Personalleasing boomt. Dabei finden Betriebe immer schlauere Praktiken, die Risiken des Erwerbslebens abzuwälzen.

Der junge Mann, Mitte zwanzig, kommt aus einem islamischen Land. Er lebt seit einem Jahr in Graz und ist verheiratet. In seiner Heimat hat er zwar ein technisches Studium abgeschlossen, doch das wird in Österreich nicht anerkannt. Er meldet sich als Leiharbeiter bei einer Personalleasingfirma und wird an einen Großkonzern vermittelt. Der Mann leidet schon länger an Blinddarmreizungen, eine Operation wird unaufschiebbar, der Krankenstand kündigt sich an. Die Firma reagiert: Kündigung. Das Pikante an diesem Fall: Die Kündigung ist einvernehmlich unterschrieben und somit rechtlich einwandfrei.

In der steirischen Arbeiterkammer weiß man über diese Praktiken nur zu gut Bescheid. Jährlich landen zwischen 300 und 400 "spontaner" Kündigungen auf dem Schreibtisch von Wolfgang Nagelschmied, Leiter der Rechtsabteilung der steirischen Arbeiterkammer (AK). Die Leiharbeit


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