Auf wackligen Beinen am Abgrund

Extra | Klaus Nüchtern | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

PREISWÜRDIG Thomas Langs Roman "Am Seil" thematisiert eine Vater-Sohn-Verstrickung, die hier ganz buchstäblich verstanden werden darf - so wie auch der Begriff der "Fallhöhe" in sämtlichen Bedeutungen zu schillern beginnt.

Am Ende des Romans turnen die beiden, Bert und Gert, der Vater und der Sohn, der ehemalige Turnlehrer und der verkrachte TV-Showstar, im Gebälk der Scheune herum, obgleich sie für dergleichen Aktivitäten in denkbar schlechter Form sind. Bert lebt in einem Pflegeheim und kann alleine nicht einmal mehr aufs Klo gehen, und Gert ist nach einem schweren Autounfall, den er - im Unterschied zu seiner verstörend jungen Beifahrerin - knapp überlebt hat, auch nur beschränkt beweglich: Er hinkt, und sein linker Arm neigt dazu, taub zu werden. Das Finale des Romans, mit dem sich Thomas Lang, Jahrgang 1967, im vorigen Jahr den Ingeborg-Bachmann-Preis erlesen hat, weist durchaus Slapstickzüge auf. Nur, dass Bühnenbild, dieses ganze Arrangement aus Architektur und Technik,

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