"Schön war das nicht"

Extra | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

SPÄTER RUHM Mit fünfzig ist Joachim Lottmann, der nette Irre der Popliteratur, auf einmal eine Instanz.

Statt eines Porträts stände hier besser ein Original-Lottmann-Text. Niemand kann Joachim Lottmann so gut erklären wie er selbst, schließlich übt er sich als Autor seit mehr als zwanzig Jahren in Selbstbetrachtungen und Selbstinszenierungen. Lottmanns Romane kennen nur einen wahren Protagonisten: Joachim Lottmann, der sich hinter der Figur des Jolo bis zur Kenntlichkeit tarnt und gnadenlos drauflosplappert.

Das liest sich zum Beispiel so: "Und so fuhr ich nach Köln und setzte mich vor den WDR in ein Straßencafé, in dem die Medientante mich abholte. Ich war etwas zu früh und sah mir die Menschen an. Ich war kein bisschen ängstlich. Lampenfieber kannte ich grundsätzlich nicht, genauso wenig übrigens wie Schreibfieber. Ich war manchmal nur etwas autistisch. Um das zu bekämpfen, sah ich allen Leuten, die vorübergingen, ins Gesicht. Dann steigerte ich das, indem ich sie anlächelte."


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