Wirkliche Wunder

Extra | Leopold Federmair | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

SIZILIEN Giuseppe Bonaviri durchforstet sein Langzeitgedächtnis und legt ein wunderbares und-seliges Alterswerk vor.

Das 19. und 20. Jahrhundert über war Sizilien ein fruchtbarer Boden für die Literatur. Es gab (und gibt) zwar kaum einen Literaturbetrieb, die Insel liegt weitab von den kulturellen Zentren, die Brücke zwischen Reggio Calabria und Messina ist immer noch ungebaut. Vielleicht aber hat gerade diese Abgeschiedenheit die Autoren beflügelt, von denen viele ja auch emigriert sind.

Auch Giuseppe Bonaviri ging seiner Arbeit als Kardiologe in Rom nach, doch die Geschichten, die er daneben schrieb, spielen zumeist im ländlichen Sizilien. Bekannt wurde er vor fünfzig Jahren mit dem Roman "Der Schneider von Mineo". Vorbild für die Hauptfigur war der Vater des Autors, Mineo sein Heimatdorf im Ostteil der Insel. Das vor kurzem erschienene Buch, ein Alterswerk im besten Sinne, spielt wiederum in Mineo und beschwört teilweise dieselben Gestalten.

"Die blaue Gasse" entfaltet sich als


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