Pilze an die Macht

Extra | Jörg Magenau | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

GRENZLAND Die Polin Olga Tokarczuk erzählt den Generationenroman dreier Frauen und davon, dass die Toten nicht einfach tot und die Tiere nicht bloß Tiere sind.

Olga Tokarczuk ist eine Bewohnerin des Randgebiets, das manche auch Mitteleuropa nennen. Sie lebt im schlesischen Eulengebirge, in einem Dorf an der polnisch-tschechischen Grenze. Früher hieß diese Gegend um Nowa Ruda "Glatzer Land". Tokarczuk, 1962 geboren, ist in dieser Region aufgewachsen und kehrte nach dem Psychologiestudium in Warschau über die Zwischenstation Breslau wieder dorthin zurück. Ihre Eltern kamen einst, zusammen mit vielen anderen Umsiedlern, aus dem östlichen Polen, nachdem die Deutschen in Richtung Westen vertrieben worden waren. Die Neuankömmlinge übernahmen die Häuser der Deutschen, manchmal noch mit ein paar verschreckten deutschen Frauen unterm Dach, und mit allem Geschirr, den Bildern an der Wand und den Fotoalben im Schrank. Wie man in einer fremden Vergangenheit lebt und sich einrichtet, hat Olga


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