National-Masochismus

Extra | Alexandra Millner | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

UKRAINE Oksana Sabuschko leistet in ihren "Feldstudien zum ukrainischen Sex" unsentimentale Gesellschaftskritik.

Mit Oksana Sabuschko meldet sich im Bücherfrühling die wichtigste weibliche Stimme der ukrainischen Gegenwartsliteratur zu Wort. Zwar handelt es sich dabei um kein neues Werk, immerhin sind ihre "Feldstudien über ukrainischen Sex" bereits vor zehn Jahren erschienen, doch hat der Roman inzwischen Kultstatus erreicht: Vor der Veröffentlichung kursierte er jahrelang als Raubdruck, danach hielt er sich neun Jahre lang auf der Bestsellerliste der Ukraine.

Der Titel ist nicht nur originell, sondern auch klug gewählt, da er die drei auf einander bezogenen Hauptaspekte des Romans zusammenführt.

1. Sex: Eine erfolgreiche 34-jährige ukrainische Lyrikerin befindet sich nach einer gescheiterten Beziehung in einer tiefen seelischen wie körperlichen Krise. Deren äußerer Ausdruck ist die enge, fremde, abgewohnte Wohnküche im amerikanischen Exil, in der sie die Stationen einer unglücklichen


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