Mit allen Wassern

Extra | Werner Schandor | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

ROMANDEBÜTS Johannes Gelichs "Chlor" und Peter Oberdörfers "Gischt" beschäftigen sich auf ganz unterschiedliche Weise mit Leben und Lieben in der Gegenwart.

Nach C.G. Jung steht das Wasser als Symbol für den "Geist, der unbewusst geworden ist". Wie erhellend diese fünfzig Jahre alte Erkenntnis auch heute noch bei der Deutung von literarischen Werken sein kann, zeigen zwei aktuelle Romane, die schon im Titel Bezug aufs Wasser nehmen. Beide handeln von Menschen, die sich in gewissem Sinn von der rationalen Welt verabschieden. Das ist aber - neben dem Schauplatz Wien - schon die einzige Gemeinsamkeit zwischen "Gischt" von Peter Oberdörfer und "Chlor" von Johannes Gelich. Während "Gischt", wie der Titel nahe legt, aufwühlend sein will, erzählt "Chlor" lakonisch vom schleichenden Gift unseres zivilisierten Lebens.

"Chlor", der erste Roman des 1969 in Salzburg geborenen Johannes Gelich, spielt im Frühjahr 2003: "Bagdad brennt - Wien pennt." Und Hauptfigur Hans verliert unerwartet seinen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige