Hey Tscho

Extra | Klaus Kastberger | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

ERZÄHLUNGEN In "Zugvögel" fährt Josef Haslinger nach Groß Gerungs, Frankfurt,Kroatien und rappt sich durch die USA.

Beginnen wir beim Offensichtlichen, nämlich der Kleinschreibung. Über die regte sich noch vor 25 Jahren manch einer groß auf. Die Kleinschreibung galt als Signum der Avantgarde und diente den Wächtern über die geistige Ordnung als Projektionsfläche. Diese Ordnung wird, wie Franz Schuh in einem Aufsatz zu Konrad Bayer schrieb, durch die Kleinschreibung allein schon deshalb denunziert, weil sich darin Literatur in kleine, auseinander strebende Partikel auflöst. Jenen, die über die Größe der anderen zu bestimmen trachten, wird Kleingeschriebenes stets verdächtig sein.

In Josef Haslingers Band "Zugvögel", zeigt sich, dass wir mittlerweile in einer anderen Zeit gelandet sind. Die darin enthaltenen Texte sind kleingeschrieben, aber ganz konventionelle Erzählungen. Was den Autor bewogen haben mag, sie in einem Gewand zu präsentieren, das ihnen so offenkundig nicht


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