Night of the Crashsexdummies

Extra | Karin Cerny | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

APOKALYPSE Thomas Jonigk schickt in seinem Roman "Vierzig Tage" ein Machoekel auf einen absurden Selbstfindungstrip.

Man muss Thomas Jonigk hoch anrechnen, dass er kein Wiederholungstäter ist; er ist niemand, der an seinem Stil beharrlich festhält, um sein Label möglichst lange und gewinnbringend auszuschlachten. Mitte der Neunzigerjahre war Jonigk einer jener jungen und enorm gehypten Theaterautoren, die in der Kleinfamilie die Keimzelle der gesellschaftlichen Gewalt ausmachten. In seinen Familien gehörte Kindesmissbrauch zum Alltag und Sexualität war ohne Machtexzess erst gar nicht denkbar. Inhaltlich kein Spaß, literarisch schon: Da spielte sich Jonigk mit seinen grotesken Plots und zugespitztem Sprachwitz in die Liga "Enkel von Jelinek und Schwab".

Jonigk arbeitete als Dramaturg und Regisseur am Theater (u.a. am Wiener Schauspielhaus), um dann in eine Schreibkrise abzudriften, die er 1999 mit seinem ersten Roman überwunden hatte. "Jupiter" erzählt sprachlich schlicht, aber nicht


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