Fenster zum Hof

Bernhard Fetz | Extra | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

WAHNSINN WOHNEN Magdalena Sadlons Roman "Solange es schön ist" wirft einen bösen Blick hinter geschlossene Wohnungstüren.

Mietshäuser mit ihren Bewohnern eignen sich vorzüglich für literarische oder auch filmische Versuchsanordnungen. Sie öffnen ein weites Feld für Voyeurismus nach dem Muster: Was treibt der etwas derangiert wirkende Mann hinter Tür 10 eigentlich? Häuser als Schauplätze von Geschichten sind deswegen so reizvoll, weil sie erlauben, Innen-und Außenperspektiven zu verschränken. Etwa dann, wenn der Installateur ins Wohnungsinnere eindringt und auch noch seinen kleinen Sohn mitbringt: "Das Kind, das sorglos und unbeeindruckt im Zimmer herumstand, fragte interessiert: ,Habt ihr hier Haustiere?' ,Ich lebe alleine', antwortete Gregor. ,Und habt ihr Haustiere?' Nun, er hatte weder Haustiere noch Mitbewohner, vielleicht Silberfische im Bad: ,Meine Nachbarin hat einen Hund.' ,Und habt ihr auch Stockbetten?'"

Damit ist dieser großartige Dialog zwischen Nikolaus, dem sechsjährigen

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