Das englische Fräulein

Extra | Karl Wagner | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

ERSTMALS ÜBERSETZT Patrick Hamiltons ebenso sarkastischer wie mitfühlender Roman "Sklaven der Einsamkeit" von 1947 beschreibt eine kleine englische Pension als Ort des beständigen sozialen Kleinkriegs.

Kaum zu glauben, dass "Sklaven der Einsamkeit" vor nun bald schon sechzig Jahren erschienen ist. Dieser Roman des englischen Autors Patrick Hamilton (1904-1962), der jetzt in Miriam Mandelkows Übersetzung im kleinen, literarisch ambitionierten Züricher Verlag Dörlemann auf Deutsch vorliegt, ist nämlich von einer geradezu unheimlichen Frische. Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil er vom abgestandenen, aus den Fugen geratenen, in die Hoffnungslosigkeit driftenden Leben in einer englischen Pension zur Zeit des Zweiten Weltkriegs berichtet. Die Pension Rosamund Tea-Room liegt in Thames Lockdon, einem fiktiven Ort, "halb Dorf, halb Stadt", nur wenige Eisenbahnstunden von London entfernt. Vorbild ist Henley an der Themse, in das sich der Autor während des Weltkriegs aus London zurückgezogen


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