Der gute Schuft

Wendelin Schmidt-Dengler | Extra | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

LITERATURWISSENSCHAFT Peter von Matts Studie über "Die Intrige" würdigt die Großmeister dieser Disziplin zwischen Richard III. und Ripley.

Das Thema Intrige ist attraktiv; darüber wollen wir mehr wissen, doch Peter von Matts Buch ist nicht, wie der Untertitel "Theorie und Praxis der Hinterlist" nahe legen könnte, ein Sachbuch, das der allzu menschlichen Tätigkeit des Intrigierens den Weg zum guten Gelingen weist. Nein, da hilft nur training on the job. Der Autor lässt sich auch nicht darauf ein, sein Thema einer sturen Systematik zu unterwerfen. Das registriert man schon nach den ersten Seiten mit Wohlgefallen.

Matt verhält sich deskriptiv zu seinem Gegenstand und verknüpft souverän verschiedene Texte, meist Meisterwerke der Weltliteratur, von Homer über Shakespeare, Goethe und Balzac bis zu Canetti, vom Märchen bis zum Kriminalroman, schert sich nicht um die Chronologie, meidet allzu allgemeine Formulierungen und weiß, dass bei diesem diabolisch grundierten Thema Gott im Detail

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