Warme Wüstensöhne

Extra | Martin Droschke | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

SITTENGESCHICHTE Die Texte des Schwulenpioniers Ferdinand Karsch-Haack führen zurück zum Beginn der Sexologie.

Der 150. Geburtstag Sigmund Freuds mag auch daran erinnern, wie kurz die Tradition ist, auf die nicht nur die Psychoanalyse und Psychologie zurückblicken kann, sondern im Grunde das gesamte Feld der Sozialwissenschaften. Es ist ein Jammer, dass nur ab und an wissenschaftliche Schriften aus den Kindertagen der Moderne neu aufgelegt werden, in denen die Sittengeschichte aller Völker und Zeiten nach Belegen dafür abgesucht wurden, dass der Mensch schon immer eine soziale, emotionale, kognitive und sexuelle Individualität besessen hat.

Mit welcher Waghalsigkeit die Pioniere des neuen Denkens argumentierten, zeigt der jüngste Titel der Reihe Bibliothek Rosa Winkel, der Aufsätze des drei Jahre vor Freud geborenen Berliner Publizisten Ferdinand Karsch-Haack präsentiert. Ab 1878 trug der Kopf der schwulen Emanzipationsbewegung systematisch Material zusammen, um zu beweisen, dass


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