Die Freiheit, zu tanzen

Extra | Wolfgang Luef | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

IRAN Ein britischer Journalist reist durch den Iran, lässt seine Bewohner erzählen und zeichnet so ein komplexes Bild des Landes.

Das Buch beginnt mit einer Frage: Warum lächeln die Menschen im Iran nicht? Eine eindeutige Antwort darauf bleibt Christopher de Bellaigue schuldig. Und trotzdem ist sie da. Sie liegt irgendwo zwischen den zahlreichen Antworten, die der britische Journalist von Dutzenden iranischen Gesprächspartnern bekommt. Die Einsicht, dass es unmöglich ist, im Iran eindeutige Antworten zu formulieren, ist eine der größten Qualitäten von "Im Rosengarten der Märtyrer".

Der Autor, der selbst fast ein Jahrzehnt lang in Irans Hauptstadt Teheran gelebt hat, begnügt sich nicht damit, die Geschichte eines Landes zu erzählen und zu interpretieren. Stattdessen porträtiert er ein Land anhand der Menschen, die er trifft, und anhand der Orte, an denen er sich aufhält. Einen Großteil des Buchs widmet er zwei zentralen Ereignissen der jüngeren iranischen Geschichte: der islamischen

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