Ökonomie des Zerfalls

Extra | Florian Huber | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

ZEITGESCHICHTE II Die wieder aufgelegten Analysen Leopold Schwarzschilds erklären den Aufstieg des Nationalsozialismus.

Das von Stefan Grossmann ins Leben gerufene Tage-Buch und sein Folgeorgan Das Neue Tage-Buch galten als zwei der wichtigsten Zeitschriften der Weimarer Republik. Intellektuelle Größen der Zeit wie Walter Benjamin, Hermann Broch, Max Brod, Egon Friedell, Klaus und Thomas Mann, Robert Musil, Alfred Polgar oder Joseph Roth nutzten die Wochenzeitschrift als Publikationsort. Und selbst noch im Pariser Exil hatte sie eine große Leserschaft, informierte sie doch regelmäßig und zuverlässig über die Vorgänge im Dritten Reich.

Dieses Renommee verdankte sich nicht zuletzt den Analysen des Wirtschaftsjournalisten Leopold Schwarzschild, die dieser ab 1921 im Tage-Buch publizierte. Eine Auswahl dieser Texte erschien nun unter dem Titel "Chronik eines Untergangs", herausgegeben vom Wirtschaftswissenschaftler Andreas Wesemann, Urenkel von Tage-Buch-Gründer Stefan Grossmann. Ausgewählt

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