Braune Strümpfe

Martin Droschke | Extra | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

ZEITGESCHICHTE III Ein neues Lexikon mit Fakten zum NS-Alltag enttäuscht durch seinen Mut zur Lücke.

Über sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist die Literatur über den Nationalsozialismus unüberschaubar geworden. Gleichzeitig droht mit dem Wegsterben der letzten Zeitzeugen das Gefühl verloren zu gehen, in welcher Art und wie intensiv sich die braune Ideologie des Alltagslebens von Männern, Frauen und Kindern bemächtigt hatte. Es braucht also ein Sammelwerk, so die Idee des Historikerpaars Hans-Jörg und Gisela Wohlfromm, das die entsprechenden Fakten, aber auch die Kuriositäten der NS-Diktatur in einem Lexikon zusammenstellt, das "es in dieser Form noch nicht gibt".

Es ist jammerschade, dass das ambitionierte Projekt ausgerechnet in einem Verlag eine Heimat fand, der auf unterhaltsame Kompendien des mehr oder weniger nützlichen Wissens spezialisiert ist, auf die letzten Worte berühmter Männer oder die seltsamsten medizinischen Phänomene. Zwar läuft der Band "Und

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