Ich will mein Leben zurück

Robert Misik | Extra | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

PHILOSOPHIE Wege zum Echtsein: Das Entfremdungstheorem, zuletzt arg ramponiert, wird von der Sozialphilosophin Rahel Jaeggi auf furiose Weise renoviert.

Es zählt gewiss zu den dümmsten Redensarten, das wirkliche, pralle Leben gegen die "blutleere Theorie" in Stellung zu bringen. Nichtsdestoweniger gehört es auch zu den vertrackteren Problemen im Horizont von Theorie, dass philosophische Abstraktion und Alltagsverständnis in eine gewisse Spannung geraten können - ohne dass sich leicht sagen ließe, die Theorie sei "richtiger" als das Alltagsverständnis (oder umgekehrt). Das Thema "Entfremdung" ist ein Beispiel für eine solche Konstellation.

Wir können uns in Situationen als entfremdet empfinden - auch, wenn die Philosophen unter uns über die Schwierigkeiten Bescheid wissen, die der Entfremdungsbegriff macht. Der war in den letzten Jahrzehnten theoretisch arg zerzaust worden, setzt er doch die Annahme eines metaphysischen Wesens des Menschen voraus, von dem man sich entfremden könne.

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